Krankheitsbilder

Hier finden Sie Beschreibungen zu einigen der Krankheistbilder, die wir in unserer Praxis erfolgreich behandeln.

Degenerativer Bandscheibenschaden / Bandscheibenvorwölbung / Bandscheibenvorfall

Ein Schaden einer der 23 Bandscheiben des menschlichen Körpers kann sich durch Schmerzen, Lähmungen, Taubheit bemerkbar machen, oder auch symptomlos bleiben. Die Bandscheiben, die als elastische Puffer zwischen den Wirbelkörpern liegen, können schon im Kindes- und Jugendalter Abnutzungserscheinungen in Rom von kleinen Rissen im Faserring, der äußeren Schicht, aufweisen. Im Erwachsenenalter kann diese von Spalten und Rissen durchsetzt sein, sodass die Bandscheibe aus der (runden) Form gerät und sich vorwölbt (Bandscheibenvorwölbung). Reißt der äußere Ring auf, kann ein Teil des geleeartigen Kerns austreten (Bandscheibenvorfall). Das Bandscheibengewebe drückt dann auf umliegende Strukturen, wie die Bänder der Wirbelsäule, das Rückenmark oder Nerven. Dadurch entstehen Schmerzen, zum Teil ausstrahlend in Arme oder Beine.

Bandscheibenschäden lösen jedoch nicht immer schmerzen aus, viele bleiben vom Betroffenen unbemerkt. Bei Schmerzen, insbesondere solchen, die ausstrahlen, kann der erfahrene Orthopäde häufig schon aus der Schilderung der Beschwerden und der klinischen Untersuchung wichtige Hinweise auf einen möglichen Bandscheibenschaden und die in Frage kommenden Therapiemaßnahmen gewinnen.

Meistens baut der Körper das schädigende Bandscheibengewebe im Verlauf von Woche oder sogar Monaten selbst ab oder bringt es zur Schrumpfung. Dieser Prozess kann durch physikalische Therapie und medikamentöse Behandlung (z.B. Tabletten,Injektionen), aber auch alternative Behandlungen, z.B. chinesische Akupunktur, unterstützt werden. Erst bei langanhaltenden Schmerzen oder auftretenden Lähmungserscheinungen müssen operative Maßnahmen in Erwägung gezogen werden. Häufig sind dann erst bildgebende Verfahren wie die Kernspintomographie nötig.

Spinalkanalstenose

Die übereinanderstehenden Wirbelkörper bilden den Spinalkanal, in dem das Rückenmark mit den aus ihm austretenden Nerven verläuft. Bei ca. jedem fünften Menschen über 60 Jahren sind der Kanal und/oder die Nervenaustrittsöffnungen verengt (stenosiert). Einige Menschen haben von Geburt an einen relativ schmalen Spinalkanal, der Auslöser für die krankhafte Stenose ist meist die altersbedingte Höhenminderung der Bandscheiben, vor allem im Lendenwirbelbereich. Durch das dadurch bedingte Zusammenrücken der Wirbel wölben sich die Bandscheiben und das hintere Längsband in den Kanal vor und verengen diesen. Die reaktive Vergrößerung der Abstützfläche der kleinen Wirbelgelenke, die die einzelnen Wirbel beweglich miteinander verbinden, schränkt die Weite des Spinalkanals weiter ein. Dies kann lange Zeit symptomlos bleiben, häufig verstärken sich über die Zeit jedoch Rückenschmerzen zum Teil mit Ausstrahlung in beide Beine, insbesondere beim Gehen. Die Beine können sich schwer oder kraftlos anfühlen. Im Sitzen sind die Ausstrahlungen durch die veränderte Kippung des Beckens häufig besser, deshalb können viele Betroffene schlecht laufen, jedoch meist gut Rad fahren. Der Verlauf ist meist wechselhaft mit Zeiten geringer Beschwerden und Zeiten starker Beschwerden, insgesamt jedoch zunehmend.

Therapeutisch kommen Medikamente, ein Training der rückenstabilisierenden Muskulatur oder auch ein stützendes Korsett zur Anwendung. In schweren Fällen kann eine operative Erweiterung mit Teilentfernung des Längsbandes und der Wirbelbögen die Beschwerden deutlich lindern.

Wirbelgleiten

Beim Wirbelgleiten (Spondylolisthesis) rutscht ein Wirbel auf dem darunterlegenden Wirbel nach vorn. Auslöser für diesen schleichenden Prozess, der hauptsächlich die Lendenwirbelsäule betrifft, ist meist eine angeborene Fehlbildung des betreffenden Wirbelbogens, der insbesondere durch rückenbelastende Sportarten mit Hohlkreuzbildung (Hochsprung, Gewichtheben, Delfinschwimmen, Kunstturnen) einen Spalt im Knochen entwickeln kann. Dadurch fehlt eine feste Bindungsstelle zwischen zwei Wirbeln, die langfristig zum Nachvorngleiten des oberen Wirbels führen kann. Dies macht sich häufig durch Rückenschmerzen bemerkbar, es können jedoch auch durch Druck auf Nerven oder Rückenmark, ausstrahlende Schmerzen oder Missempfindungen, selten auch Lähmungen, in den Beinen auftreten. Meist hilft eine konsequente Kräftigung der rumpfstabilisierenden Muskulatur zur Verringerung des Hohlkreuzes gegen die Schmerzen. In schweren Fällen kann eine Versteifungsoperation (Spondylodese) der betroffenen Wirbel notwendig werden.

Wirbelsäulenverschleiss

Die knöchernen Wirbelkörper, die die Wirbelsäule bilden, nutzen sich, meist durch den Alterungsprozess, im Laufe der Lebensjahre ab. Neben dem altersbedingten Verschleiss, der nahezu jeden Menschen irgendwann betrifft, können Bandscheibenschäden, Fehlhaltungen oder Überbelastungen bei einseitiger Arbeit oder bestimmten Sportarten den Prozess beschleunigen. Wirbelsäulenverschleiss ruft meist an der Lendenwirbelsäule (LWS) Schmerzen hervor. Durch Höhenminderung der Bandscheiben erhöht sich der Druck auf die Wirbelkörper und die seitlich zwischen ihnen liegenden kleinen Wirbelgelenke (Facettengelenke), deren Knorpel sich abreibt. Der Verschleiss tritt auch häufig und lange ohne Beschwerden auf. Durch knöcherne Anbauten vergrößert der Knochen auf natürliche Weise die Abstützfläche, wodurch sekundär zum Beispiel Spinalkanalstenosen auftreten können.

Durch Wirbelkörperverschleiss ausgelöste Rückenschmerzen können häufig durch Medikamente, Belastungsreduktion und Stärkung der rumpfstabilisierenden Muskulatur gelindert werden.